Die Scene und ihre Begriffe - Einführung

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Vorwort

Um den Umfang nicht zu sprengen, werden in diesem Leitartikel zunächst nur generelle, in der Scene Anwendung findende Ausdrücke und deren Erklärungen geliefert. Auf den Folgeseiten dieser Kategorie gibt es entsprechende Erläuterungen zu dem jeweiligen Fachbereichen wie u.a. Film & Serien mit ebenso eigenen Folgeseiten (ansonsten würde dieses Dokument ins Bodenlose ragen, was jedwede Übersicht nimmt). Der Fokus liegt darauf, dass auch Laien ein größtmögliches Verständis vermittelt werden kann.


Die Scene - Wer oder was sind "die"?

Die "Scene" ist ein seit den 80ern bestehender "Verbund" von vielen Menschen verschiedenster Nationalitäten, die mit- und gleichzeitig auch gegeneinander agieren und operieren. Einer der Gründungsväter der Warez-Scene waren u.a. Steven „Steve“ Paul Jobs und Stephan „Steve“ Gary Wozniak, beide gemeinsam später Gründer von Apple Computer.

Die "Scene" hat sich auf professionelles Cracken von Software und Spielen spezialisiert, früher oder später fällt so jeder Kopierschutz. Auch Filme, die frisch im Kino sind oder Serien-Episoden, die erst ca. eine Woche später im Free-TV erscheinen, werden sehr frühzeitig "released", d.h. vor Veröffentlichung (TV-Ausstrahlung oder Veröffentlichung einer DVD/BluRay im Handel) zur Verfügung gestellt.


Die Scene-Groups führen einen fortwährenden Wettbewerb gegeneinander, jede Group versucht das "Race" (das Rennen) zu machen, etwas als Erste herauszubringen. Das Release muss jedoch ihren jeweils nationalen Scene-Regeln entsprechen, auf die sich die Groups untereinander verständigt haben. In manchen Bereichen, wie z.B. bei den PC-Games, sind sie allerdings zu keiner Einigung im Bezug auf ein einheitliches nationales Regelwerk fähig, sie hassen sich einfach abgrundtief und niemand will etwas mit dem anderen am Hut haben, dementsprechend fällt häufig ein Nuke mit nahezu willkürlicher Begründung aus.

Weitere Infos über die Scene finden sich auf Wikipedia und im nachfolgenden Video.



- Begriffe der Warez-Scene -

Group (Release-Group)

Eine Release-Group besteht in der Regel aus mehreren Mitgliedern, die alle einen andere Aufgabe haben. Zum einen besteht jede Gruppe aus einem "Supplier", der DVDs, Blurays, Lines/Mics, Ripboxen o.Ä. an die Group liefert. Zum anderen gibt es Leute innerhalb der Group, die Sites beschaffen, Kontakte zu SiteOps knüpfen und für die Strukturen innerhalb der Group sorgen. Desweiteren gibt es noch Encoder, die sich auf das Encodieren (Rippen) und Dubben spezialisiert haben und mit ihnen steht und fällt die Qualität der Releases der Group. Ohne Group gibt es jedenfalls kein Release.

Weitere Informationen finden sich im Wikipedia-Artikel "Release Group".


Release

Als "Release" wird das von einer Release-Group veröffentlichte Material bezeichnet, d.h. sie "releasen" es. Dies sind i.d.R. mit WinRAR gepackte Teilarchive, die entpackt werden müssen, um an den eigentlichen Inhalt heranzukommen. Der Grund für die Komprimierung durch WinRAR besteht darin, dass es sich unter der Sicherheit, dass das Medium beim Dritten auch tatsächlich vollständig ankommt, einfacher herunterladen und verteilen lässt.
Zu einem Release liegt immer eine .nfo-Datei bei, in der wichtige Angaben schriftlich gemacht werden. Bei Filmen liegt außerdem, in unserem Fall aber meist nur bei neuesten Erscheinungen, ein Sample bei. Im Filmbereich ist es den Scene-Regeln zufolge ebenso Pflicht, ein "Proof" beizulegen, d.h. einem Nachweis über den tatsächlichen Besitz der BluRay, HD-DVD oder DVD, von dem der Film "gerippt" wurde.


nfo

In der Scene ist es Pflicht, den Releases eine .nfo-Datei beizulegen. In dieser Textdatei, die immer mit "ASCII-Art" etwas verschnörkelt ist, finden sich wichtige Angaben zum Release wie z.B. bei FIlmen die Bitrate, Codec, Auflösung, Sprache, der zugehörige Link zum Eintrag in der IMDb - International Movie Database (z. Dt.: internationale Filmdatenbank); bei Software und Games etwaige Installationsinstruktionen, usw.
Besonders dann, wenn ein Release-Tag den Zusatz READ NFO enthält, sollte der .nfo Aufmerksamkeit gewidmet werden, da es in diesen Fällen gesonderte Hinweise gibt (teils wünschen sie aber auch nur "Frohe Weihnachten" oder wollen auf ein Problem hinweisen, demnach generell Einzelfallabhängig).
Software-Empfehlung: iNFekt NFO Viewer ( Windows + Linux)


.rar und PartXX.rar (Teil-/Archive)

Eine .partXX.rar-Datei ist ein Teilarchiv in fortlaufender Nummerierung im Format (Win-)RAR. Zur Weitergabe wird das jeweilige Medium in Teilarchive gepackt, so dass sichergestellt ist, dass der Dowloader auch das volle Paket erhält. Alle Parts müssen in das selbe Verzeichnis heruntergeladen und mittels erstem Part, Name.part01.rar, entpackt werden.
Anmerkung: Sofern es hiervon abweichend im klassischen Format .rar, .r00, .r01, .r02 usw. gepackt wurde, muss das Entpacken mittels Name.rar erfolgen.


Rerip

Der Film wurde erneut gerippt. Im Gegensatz zu Repack ist hier ein grober Patzer beim Rippen vorgekommen, was sich nicht durch ein einfaches Neu- bzw. Umpacken beheben ließ. Es handelt sich also um ein kompletter "Neubau" der Filmdatei.


Repack

Beim ursprünglichen Release kam es zu einem Fehler, deshalb erheit das Release ein Nuke. Dies kann verschiedene Gründe haben, meist gibt die .nfo Aufschluss darüber. Es kann z.B. ein fehlerhaft gepacktes RAR-Archiv sein, weshalb es beim Entpacken zu CRC-Fehler kam; es war ein Fehler im Film-Rip; bei einem Spiel fehlten etwaige Spielinhalte oder der Crack fehlte, usw.
Es wird nur dann von einem "Repack" gesprochen, wenn das Release von derselben Group wie das genukte Release kommt, andernfalls ist es ein Proper.


Proper

Ein früheres Release war qualitativ minderwertiger oder fehlerhaft, das alte Release wurde deshalb Nuked. Der Grund, weshalb ein Proper herausgebracht wurde, kann i.d.R. der .nfo entnommen werden (es besteht eine Begründungspflicht). Sofern das neue Release von derselben Group, wie das ursprüngliche Release herausgegeben wurde, ist hingegen von einem Repack die Rede.
(Sofern die Begründung nicht hinreichend oder in Widerspruch zu den entsprechenden Scene-Regeln ist, kann es u.U. auch passieren, dass das Proper-Release ein Nuke erhält und das ursprüngliche Release ein Unnuke, d.h. der vorher erteilte Nuke wird ggf. aufgehoben; ist jedoch gänzlich Einzelfallabhängig.)


Sample

Ein Sample, aus dem englischen Übersetzt "Muster" oder "Kostprobe", ist ein kleiner Ausschnitt eines Films, welcher die Bild- und Tonqualität wiederspiegeln soll. Dabei wurde ein kleiner Teil von 30sek bis 1min Dauer aus dem Film unverändert extrahiert. Mittels des "Sample" kann sich vorab ein Bild von der Qualität gemacht werden kann, ohne dabei zu viele Inhalte aus dem FIlm selbst wiederzugeben (zu "spoilern").

Insbesondere bei Kino-Neuerscheinungen kann das Einsehen des "Sample" unnötige Verärgerung und natürlich Trafficverbrauch sparen, eben weil die Qualität zu Beginn noch vergleichsweise schlecht ist und mit jedem weiteren Release (bis hin zum Release der Retail-Fassung [die Disc aus dem Handel]) kontinuierlich steigt.


Internal

Wenn eine andere Group dieses Medium zuvor released, d.h. sie "das Rennen" gemacht haben, oder es den Regeln nicht gerecht (vgl. Nuke) wurde und aus diesem Grund nicht Allgemein, sondern nur Crew-Intern veröffentlicht werden kann, labeln es die Groups als INTERNAL. Dies beugt einem - ggf. wiederholtem - Nuke vor.

Filme, die z.B. zuletzt vor vielen Jahren released wurden, dürfen nach Scene-Regeln nicht noch einmal unter Verwendung aktueller Standards neu herausgebracht werden. Das "Race" im Wettbewerb wurde bereits von einer anderen Group gemacht. Sie dürfen es aber mit dem Tag "INTERNAL" unter regelkonformer Anwendung aktueller Standards noch einmal herausbringen, jedoch erhalten sie dafür eben keine Ehre und keinen Respekt gezollt (da es eben außerhalb des Wettbewerbs ist).


Nuke

Sofern ein Release nicht den jeweiligen Scene-Regeln entspricht, darin eine Nichtfunktionalität eingeschlossen, wird es per "NUKE" als fehlerhaft ausgewiesen. Es wird in diesem Kontext innerhalb der Scene mit einem :nuke: "Nuklear"-Symbol versehen. Im Regelfall folgt darauf ein RERiP, REPACK oder PROPER, denn der Wettbewerb geht schließlich weiter, da das genukte Release somit ungültig ist.
Eine Anlaufstelle für den Zeitpunkt von Releases sowie deren Status (einschl. Nukes) ist xrel.to, für Seiten mit aufgeführten "Unnukes" kann z.B. auf pre.corrupt-net.org ausgewichen werden.


Unnuke

Sofern ein Release voreilig ein Nuke erhielt, kommt es vor, dass es wieder "Unnuked" wird. Der fälschlich angegebene Verstoß gegen die Scene-Regeln, darin eine Nichtfunktionalität eingeschlossen, wird damit wieder aufgehoben. Es wird in diesem Kontext innerhalb der Scene oftmals mit einem :unnuke: grünen "Nuklear"-Symbol versehen. Im Regelfall wird das auf das genukte Release erfolgte weitere Release (i.d.R. ein PROPER) statt dessen genuked, denn der Wettbewerb ist von der Group des ursprünglichen Releases gewonnen worden.
Eine Anlaufstelle für den Zeitpunkt von Releases sowie deren Status (einschl. Nukes) ist xrel.to, für Seiten mit aufgeführten "Unnukes" kann z.B. auf pre.corrupt-net.org ausgewichen werden.


Portable

Mit Portable wird eine Software bezeichnet, das keine Installation benötigt und zudem gänzlich ohne zusätzlichen Crack und Serial auskommt. Obendrein ist diese Software i.d.R. "abgespeckt", d.h. sämtliche überflüssigen Daten wurden entfernt, wodurch oftmals eine Performance-Steigerung erzielt wird und das Programm oftmals sogar auf einen USB-Stick passt.


AiO (All in One)

Dies bezeichnet ein "rundum sorglos Paket", d.h. es enthält sämtliche Inhalte in einem Paket geschnürt. Insbesondere im Software-Bereich des P2P findet diese Abkürzung Anwendung, um "Kombis" zu betiteln.


DLC (Downloadable Content, Downloaderweiterung)

Bei DLCs handelt es sich um downloadbare Zusatzinhalte, die i.d.R. über Online-Vertriebsplattformen (bspw. Steam) optional zum Hauptspiel käuflich erworben werden können. Dies ermöglicht Spielherstellern, nach Veröffentlichung des Spiels noch etwaige Zusatzinhalte hinzuzufügen, um z.B. eine Spielgeschichte (Story) zu erweitern. Ebenso kommt es vor, dass Spiele im Episodenformat erscheinen, d.h. je Episode ein weiterer DLC und die Story damit fortgeführt wird.
Weitere Infos siehe im Artikelk "Downloadable Content" auf Wikipedia; als Anwendungsbeispiel für Steam: "Zusatzinhalte (DLC) für meine Spiele suchen" in der Steam-Wissensdatenbank.


Season Pass

Der Season Pass ist ein von Online-Vertriebsplattformen (bspw. Steam) oftmals angebotener "All-in-One"-Service für alle erscheinenden DLC's. Bei solchen Angeboten haben sich Publisher und Entwicklerstudio im Vorfeld ein festes Ziel gestetzt, wie viele Zusatzinhalte sie herausbringen und welcher Kostenrahmen entsteht. Bei diesem Angebot zahlt der Spieler im Gegensatz zum DLC-Einzelkauf einmalig eine kostengünstigere Summe und erhält dafür alle Zusatzinhalte bei jeweiliger Veröffentlichung ohne weitere Zusatzkosten.


Anmerkung:

Wie sich z.B. beim Spiel "The Crew" von UbiSoft anhand der Erweiterung "Wild Run" gezeigt hat, können spezielle Spielerweiterungen auch vom Season Pass ausgeschlossen werden. Eine Garantie, tatsächlich auch sämtliche zukünftigen Inhalte ohne Zusatzkosten zu erhalten, ist damit praktisch nicht gegeben (auch wenn es nicht die Regel ist). Hier wurde sich eben dazu entschlossen, dem Spiel über das ursprüngliche Ziel hinaus noch mehr Inhalte zu geben.

In diesem Kontext wird darauf hingewiesen, dass als "Season Pass-Edition" betitelte PC-Spiele während ihres aktiven DLC-Veröffentlichkeitsprozedere nach wie vor weitere Spielinhalte in Form von DLCs und etwaigen Updates erhalten können. Diese Angabe "Season Pass-Edition" im Release-Tag ist damit unsinnig und nichtssagend, wird aber trotzdem häufig bei P2P-Releases praktiziert. Es fördert einfach nur das Ziel, mehr Downloads zu generieren, weil im Vergleich dazu die Scene auf Editions-Zusätze im Release-Tag hingegen meist verzichtet.

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